Berlin. Samstag 26. Mai 2012.
Sightseeing.
Berlin, wohl fast jeder Fünfte Deutsche fühlt sich zu dieser Stadt hingezogen. Mir geht es nicht anders. Läuft man durch Berlins Straßen, findet man sich zwischen Multikulti wieder. Fremdsprachen sind Alltag. Nicht selten steht man an der Kasse und hört vorn jemanden Französisch sprechen und hinter sich Englisch. Wer würde Berlin dafür nicht lieben?
Da der Berliner Hauptbahnhof von meinem Heimatort gerade zwei Stunden mit der Regionalbahn entfern ist, besuche ich die Hauptstadt ein- bis zweimal im Jahr. So auch letzten Samstag, den 26.05.2012. Ich gebe zu, fast jede Sehenswürdigkeit, beispielsweise das Brandenburger Tor, Sony Center oder Pergamon Museum, habe ich gesehen. Zum Glück bietet Berlin aber so viel Abwechslung, dass sich immer etwas Neues findet.
Mit vier Freunden und dem „Schönes-Wochenende Ticket“ ausgestattet war dieses Mal das DDR Museum und das Computer Spiele Museum ein Ziel. Die Fahrt verlief angenehm problemlos. Denn gewöhnlich ist die DB immer für Überraschungen zu haben. Ich erinnere mich da an einen unschönen Vorfall in Berlin vor zwei Jahren. Unvermittelt war ein Zug zehn Minuten früher gefahren, weshalb ich drei Stunden in Berlin auf den nächstbesten Anschluss warten musste. Auf Anfrage bei der Deutschen Bahn teilte man mir damals mit: „Es sei ein Verkehrstag.“ Was das ist? Ich bin bis heute unsicher.
In Berlin angekommen, ging es erst mal über den Alexanderplatz, immer Richtung Berliner Dom. Rechts, genau an der Spree findet sich dann das DDR Museum. Als Ossi war ich natürlich etwas skeptisch. Wird hier wieder nur einseitig über die ausnahmslos schlechte Situation der DDR berichtet? Ich gebe zu, teilweise stimmte das, aber der Eindruck verflog durch die vielen Ausstellungsexponate und interaktiven Möglichkeiten. So konnte man zum Beispiel an einem digitalen Wahlgang teilnehmen und herausfinden, was passiert, sollte man als „treuer“ DDR Bürger einmal den Wahlgang verweigern…
Neben einem Trabant und den überall bekannten Kleidungsstücken aus der DDR war eine Wohnung ausgestellt. Sie bestand aus Wohnzimmer mit Fernseher, Bad und Küche. In letzterem entdeckte ich sogar das ein oder andere Utensil, was sich noch im Besitz meiner Familie befindet. Dazu gehört natürlich das mit Zwiebelornament bemalte Service. Kurz, im DDR Museum gab es, für nur vier Euro Eintritt, Geschichte zum Anfassen.

Das Computerspiele Museum mit sechs Euro Eintritt, war von den Räumlichkeiten zwar kleiner als das DDR Museum, bot jedoch genauso viel Möglichkeiten zum Mitmachen. Fasziniert hatte uns vor allem ein alter Rechner, der das bekannte Streichhölzchen Spiel imitierte und nicht nur mich, sondern uns alle Fünf einiges an Denksport abverlangte. Ausgestellt waren im Museum alle Spielekonsolen der letzten Jahre, die erfolgreichsten Spiele und die größten Errungenschaften der Computerspiele Industrie. Das Besondere war, dass auch viele ältere Spiele genutzt werden konnten. Dazu zählen auch die Automaten der Spielehäuser, als Beispiel ist hier der Klassiker Space Invadors anzuführen. Persönlich hatte ich, da es ein warmer Tag war, jedoch mit den aufgeheizten Räumen zu kämpfen und war nach dem zweistündigen Aufenthalten einfach nur müde. Ich denke, man ist besser beraten, wenn man das Museum an einem regnerischen Tag aufsucht.
Abends ging es für uns zum japanischen Restaurant Ishin. Im Angebot war Sushi, Don (Reisschale mit Gemüse oder Fisch) und traditionell japanische Süßigkeiten.
Unser Tag endete mit einem Besuch des Brandenburger Tors, wo sich, wie inzwischen offenbar normal, in Militärkleidung eingehüllte Schauspieler befanden, die mit Touristen Fotos machten. Ein eigenwilliger Anblick, aber gut, jedem das Seine.
Zu Fuß ging es direkt zum Hauptbahnhof. Erst da wurde mir die Sinnlosigkeit der neu gebauten U-Bahn Strecke zwischen Brandenburger Tor, Reichstag und Hauptbahnhof bewusst. Der Fußweg betrug gerade fünf Minuten! Ja, es wäre in den nächsten Jahren auch ohne diese Linie gegangen.
So viel von mir.
Fotos: E. Stoye
Die Tribute von Panem. The Hunger Games.
Eine kurze Filmkritik
Da ich derzeit kaum in fremde Städte reise, habe ich beschlossen eine Filmkritik zu veröffentlichen. Vielleicht greife ich darauf öfter zurück. Gestern war ich in dem Film: Die Tribute von Panem: The Hunger Games. Obwohl ich inzwischen skeptisch werde, wenn ein Film in Überlänge ausgestrahlt wird, war ich hier angenehm überrascht. Im Gegensatz zu "Benjamin Button" kam hier keine Langeweile auf.
Zur Handlung: Im Nordamerika der Zukunft finden jährlich die so genannten Hungerspiele statt. Sie sollen das Volk von einem Aufstand abhalten und die Teilung zwischen Arm und Reich aufrecht erhalten. Aus jedem Distrikt von Panem (insgesamt 12) wird jährlich ein Junge und ein Mädchen als Tribut geopfert. In einem Spiel auf Leben und Tod bekämpfen sich die 24 Kinder bis nur noch ein Sieger bleibt. Die 17 Jährige Katniss meldet sich freiwillig, als ihre kleine Schwester als Tribut ausgewählt wird und zieht in die Schlacht, an der die ganze Welt teilhat.
Meine Einschätzung: Ich finde, "Die Tribute von Panem" ist gelungen. Die Kostüme waren sehr gut, die Geschichte flüssig erzählt. Obwohl die Dialoge sparsam eingesetzt wroden sind, hatte ich nie das Gefühl im Unklaren zu bleiben. Genau das macht den Film besonders. Ich bin oft genervt davon, wenn jede Kleinigkeit erklärt wird, dieser Film spart mit unnötigen Erläuterungen, sondern zeigt, was jeder verstehen soll: Die "Hungerspiele" sind nicht mehr als eine Farce, um die Macht der Herrschenden zu stützen. Was mich zusehends vom Film überzeugt hat, war die Sichtweise. Tatsächlich hätte ich gedacht, wir sehen mehr vom Publikum "der Hungerspiele", doch alles drehte sich um die Hauptfigur Katniss und ihren Freund Peeta. Nur ab und an sieht man die atemberaubende Hauptstadt und die teuer eingekleideten Zuschauer, die sich in Massen vor den Bildschirmen drängen und aus dem Mordspiel, wie zu Zeiten des Kolloseums ein Amüsement machen. Einzig die Kamerführung war mir an manchen Stellen zu ruckartig, weshalb mir die Augen in einigen Kampfszenen schmerzten. Ich würde trotzallem von fünf möglichen Sternen, vier geben. Ich hatte meinen Spaß.
Leipziger Buchmesse.18. März 2012.

Auch in diesem Jahr habe ich mich unter die Masse gedrängt und die Leipziger Buchmesse besucht. Die Hallen waren gefüllt, die Sonne schien, die Stimmung war gut. Wie immer also auf der Buchmesse.
Vielen ist die Aufteilung der Buchmesse sicher bekannt. Kurz und knackig meine Zusammenfassung: Halle 2, der altbekannte Freund: Kinder- und Jugendliteratur, auch vertreten durch eine große Anime und Manga Fancommunity. Halle 3, Buch und Kunst, Sach- und Fachbuchverlage sowie Belletristik. Halle 4 Belletristik und Halle 5, man glaubt es kaum, noch mal Belletristik und Internationales.

Einen besonders guten Eindruck hat dieses Jahr Halle 3 (Bild: Essbares Buch) hinterlassen, in der sich die Ausstellung Buch+Art befand. Auf Buchdruckplatten konnte man sich seine eigenen Seiten drucken oder althergebrachte Buchbindekunst bewundern. Ich erlag meiner Notizheftsucht und erstand ein kleines Heft mit Buchmesse Aufdruck.
Es ist schon lustig, vor ein paar Jahren quetschte ich mich in die Massen und versuchte die bestmöglichen Merchandise Produkte aus Japan zu erwerben, heute kaufe ich Kladden. Ob das ein guter Wandel ist, könnt ihr entscheiden.

Der Stand vom Bauhaus präsentierte sich „mal anders“. Die Wände waren aus Pappplatten zusammengesteckt. Von nahem betrachtet sah das Ganze für mich aus wie Windkrafträder, oder?
Es ist mir ja fast peinlich zuzugeben, aber dieses Jahr habe ich KEIN Cosplay Foto gemacht. Wer sich einen Eindruck von den Kostümen machen will, schaut einfach auf www.animexx.de Zum Wandel der Kostüme: Der Naruto Hype war nur noch an manchen Stellen zu spüren, dafür merkte ich, dass mir die Szene abhanden kommt. Was sind das alles für Menschen?
Von den großen Publikumsverlagen war ich ein wenig enttäuscht, es gab zwar Leseproben, doch ein besonders herausragender Stand ist mir nicht hin Erinnerung geblieben. Schade eigentlich.

Erlebnis des Tages:
Auf dem Weg durch die Hallen, drückte mir eine freundliche Frau einen blauen Flyer in die Hand. Bei näherem Hinsehen entpuppte sich dieser als Flyer für „Kinder- und Jugendbücher.“ Ich würde das gern kommentarlos im Raum stehen lassen, kanns jedoch nicht lassen: Meine lieben Mitmenschen, ich bin 23, bitte, bitte, lasst mich erst reden, dann denkt ich sei 14 Jahre alt!
Aus meinem Leben an anderer Stelle wieder. Zum Abschied noch das alte Maskottchen der Leipziger Buchmesse. Dieses Jahr stand es im Eingangsbereich.